Die acht Hansestädte der Altmark: Backstein, Fachwerk und weites Land
Tom PrzibillaTeilen
Die acht Hansestädte der Altmark sind Stendal, Tangermünde, Havelberg, Werben, Seehausen, Osterburg, Gardelegen und Salzwedel. Sie verbinden Backsteingotik und Fachwerk mit einer Landschaft, die zwischen den Orten weit wird. Doch jede Stadt erzählt anders: mit mächtigen Toren, stillen Gassen, einer Insel im Fluss oder dem Duft von Baumkuchen.
Im Bildband ALTMARK – Weite · Stille · Land widmet Tom Przibilla ihnen ein eigenes Kapitel. Dieser fotografische Streifzug greift die Orte und Geschichten aus dem Buch auf – zum Wiedererkennen und als Anregung für die nächste Entdeckungstour.
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Stendal · Tangermünde · Havelberg · Werben · Seehausen · Osterburg · Gardelegen · Salzwedel
Stendal: Backsteingotik und große Stadttore

In Stendal stehen die Zeichen der alten Handelsstadt dicht beieinander: Marienkirche, Rathaus und Roland prägen das Zentrum, das Uenglinger und das Tangermünder Tor erinnern an die frühere Stadtbefestigung. Im Bildband begegnen diese mittelalterlichen Bauwerke auch den reich geschmückten Fassaden der Gründerzeit. Gerade dieser Wechsel macht einen Spaziergang spannend: große Plätze, schmale Durchgänge und immer wieder ein anderer Blick auf die Türme.
Für deinen Besuch: Beginne am Markt und nimm dir anschließend Zeit für die Stadttore und den Dom St. Nikolaus. Wer Kultur mit dem Stadtbummel verbinden möchte, findet im Altmärkischen Museum und im Winckelmann-Museum weitere Anknüpfungspunkte.
Tangermünde: Fachwerk hinter der Stadtmauer

Über den roten Dächern erhebt sich die Stephanskirche. Darunter liegen Fachwerkgassen, Backsteintore und eine Stadtmauer, die Tangermündes Silhouette bis heute prägt. Das Rathaus mit seiner aufwendig gestalteten gotischen Fassade ist ebenso ein Motiv im Buch wie das Burgareal. An der Rossfurt und am Elbtor wird außerdem sichtbar, wie eng Stadtgeschichte und Fluss zusammengehören: Die Hochwassermarken erzählen von der Kraft des Wassers.
Für deinen Besuch: Verbinde die Gassen rund um das Rathaus mit einem Gang zur Rossfurt und an die Stadtmauer. Vom Burgareal führt der Blick hinaus in die Flusslandschaft – ein schöner Gegenpol zu den engen Straßen.
Havelberg: Inselstadt unter dem Dom

Havelberg lässt sich kaum vom Wasser trennen. Ein Teil der Stadt liegt auf einer Insel, Brücken verbinden die Ufer, und über allem steht der Dom St. Marien auf dem Domberg. Im Bildband wechseln sich Stadtansichten mit Spiegelungen und weiten Blicken über die Flusslandschaft ab. Die besondere Wirkung entsteht aus diesen Ebenen: unten die Häuser am Wasser, darüber der Dom und dahinter das offene Land.
Für deinen Besuch: Sieh dir Havelberg sowohl vom Wasser aus gedacht als auch von oben an: Ein Spaziergang entlang der Ufer und über die Brücken ergänzt den Weg zum Domberg. Achte dabei auf die Spiegelungen und die wechselnden Ansichten der Stadtinsel.
Werben: stille Gassen und eine große Kirche

Werben gehört zu den Orten, in denen schon wenige Schritte das Tempo verändern. Fachwerkhäuser, kleine Straßen und die mächtige St.-Johannis-Kirche stehen in einem eindrucksvollen Größenverhältnis zueinander. Im Buch kommen das Elbtor, die Salzkirche und liebevoll erhaltene Details hinzu. Die Nähe zur Elbe öffnet den Blick wieder in die Landschaft; Störche und Auen gehören ebenso zu dieser Umgebung wie das historische Stadtbild.
Für deinen Besuch: Lass in Werben Raum für die Nebenstraßen. Zwischen Kirche, Fachwerk und Elbtor liegen viele kleine Motive, die bei einem schnellen Halt leicht übersehen werden. Ein Blick hinaus in die Elblandschaft ergänzt den Rundgang.
Seehausen: zwei Türme über den Dächern

Die St.-Petri-Kirche gibt Seehausen seine markante Silhouette. Rundherum erzählen Rathaus, Salzkirche und Beustertor von der Geschichte der Stadt. Tom Przibillas Bilder verbinden diese Bauwerke mit den Dächern, Gärten und dem Grün der nördlichen Altmark. Der Aland setzt dabei einen ruhigen landschaftlichen Akzent: Auch hier endet das Stadterlebnis nicht an den letzten Häusern.
Für deinen Besuch: Nimm St. Petri als Orientierungspunkt und entdecke anschließend die kleineren historischen Spuren rund um Rathaus, Salzkirche und Beustertor. Für einen anderen Blick auf Seehausen lohnt es sich, auch die Bereiche am Aland einzubeziehen.
Osterburg: Fachwerk, Markt und Biese

Osterburg verbindet den Markt und die St.-Nicolai-Kirche mit Fachwerk, Gründerzeitbauten und der Biese. Im Bildband führt der Blick auch zum ehemaligen Hospital St. Georg und zum Markgraf-Albrecht-Gymnasium. So entsteht ein Stadtporträt, das neben den schönen Fassaden auch Osterburgs Geschichte als Schulstadt aufgreift. Am Wasser wird der Übergang zwischen bebauter Stadt und Landschaft besonders greifbar.
Für deinen Besuch: Plane neben dem Markt und den Straßen der Altstadt einen Abstecher an die Biese ein. Der Wechsel zwischen Architektur und Uferblick macht Osterburg gerade für einen ruhigen Fotospaziergang interessant.
Gardelegen: Stadttor und Spuren der Brautradition

Das Salzwedeler Tor mit seinen kräftigen Backsteinformen ist eines der auffälligsten Motive Gardelegens. Hinzu kommen das Rathaus am Markt und die Ruine von St. Nikolai. Der Bildband erzählt außerdem von der historischen Brautradition der Stadt: Die Hopfenranken im Wappen sind dafür ein sichtbarer Hinweis. Zwischen diesen Bauwerken und Geschichten wird deutlich, dass die Hansestädte trotz ihrer Gemeinsamkeiten jeweils eine eigene Vergangenheit und Bildsprache besitzen.
Für deinen Besuch: Verbinde das Salzwedeler Tor mit dem Markt und St. Nikolai. Achte unterwegs auf den Wechsel zwischen erhaltenen Bauwerken und historischen Spuren – gerade daraus entsteht Gardelegens eigener Charakter.
Salzwedel: zwei Stadtkerne und Baumkuchenduft

Salzwedel erzählt die Geschichte zweier Städte: Altstadt und Neustadt waren lange eigenständig und wurden erst später vereint. Diese Entwicklung hilft zu verstehen, warum sich hier unterschiedliche historische Mittelpunkte finden. Im Buch stehen Fachwerk, die Marienkirche, der Neustädter Rathausturm und das Neuperver Tor neben stimmungsvollen Nachtaufnahmen. Und schließlich gehört auch das Baumkuchenhandwerk dazu – eine Stadtgeschichte, die sich Schicht für Schicht fortsetzt.
Für deinen Besuch: Entdecke bewusst beide historischen Stadtkerne und achte auf ihre Kirchen, Plätze und Fachwerkdetails. Wenn du mehr über das berühmte Handwerk erfahren möchtest, lies auch unseren Artikel über Salzwedeler Baumkuchen und seine Herstellung.
Die Hansestädte als Ausgangspunkt für deine Altmark-Reise
Du musst nicht alle acht Städte in einen einzigen Ausflug packen. Wähle zunächst das, was dich besonders interessiert: Stendal und Tangermünde für große Backsteinbauten und Stadttore, Havelberg für das Zusammenspiel von Stadt und Wasser, Werben für kleine Gassen und Ruhe. Seehausen, Osterburg, Gardelegen und Salzwedel ergänzen diese Eindrücke um weitere Perspektiven auf die Region.
Für Fotografien lohnt es sich, einen Ort zu unterschiedlichen Tageszeiten wiederzusehen. Abendlicht verändert die Wirkung des Backsteins, die blaue Stunde lässt Fenster und Straßenlaternen hervortreten. Im Bildband stehen solche besonderen Lichtstimmungen neben Ansichten, die dir helfen, die Orte einzuordnen.
Acht Städte sind erst der Anfang
Die Hansestädte bilden ein ganzes Kapitel des Bildbands – aber längst nicht seine gesamte Welt. Auf 336 Seiten in elf Kapiteln führen Fotografien und begleitende Texte auch in den Drömling, zum Arendsee, in die Elbauen, zu Dörfern, Mühlen, Burgruinen und vielen weiteren Orten. Dazu kommen Handwerk, Tierwelt und besondere Nächte unter Milchstraße und Polarlichtern.
So wird ALTMARK – Weite · Stille · Land zum Buch zum Blättern und Wiederentdecken, zum Geschenk für Menschen mit einer Verbindung zur Region und zur Inspiration für eigene Ausflüge. Das Hardcover im Querformat 30 × 24 cm kostet 59,90 €.
Den ALTMARK-Bildband ansehen und ins Buch schauen →
Weiterlesen: Fünf weitere Perspektiven auf die Altmark und Salzwedeler Baumkuchen: Handwerk und Geschichte.
Grundlage dieses Artikels: das Kapitel über die Hansestädte in Tom Przibillas Bildband „ALTMARK – Weite · Stille · Land“, Seiten 26–119. Alle Fotografien: Tom Przibilla.